Zauber der Tapeten

„Die Wand greift an!“, 2009

Die Wand greift an!
Die Wand greift an!
Die Wand greift an!
Die Wand greift an!


„Wer in der Vergangenheit sucht, stöbert nicht nur in seiner Erinnerung, sondern mitunter auch in der Erinnerung der anderen“.

Peggy Schneider

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Rauminstallation, 60 Objekte, je 30 x 30 x 14 cm, Draht, Watte und verschiedene Garne
Am Graben 33, Weimar


Die Verwendung von Fundstücken oder auch Alltagsgegenständen, wie beispielsweise Tapeten sehe ich als eine Art Herausforderung für mich an und versuche diese in meiner Kunst neu zu textualisieren. Die Tapeten, speziell DDR-Tapeten versinnlichen und sind ein Überbleibsel der Wirklichkeit eines nicht mehr vorhandenen Staates.

Dort wo ich diese Tapeten finde, empfängt mich eine ungeheure Traurigkeit und Schmutz, Staub und Einsamkeit inmitten des Verfalls. Jedoch strahlen die Tapeten als Überbleibsel Beständigkeit und Kraft aus, im Gegensatz zu den verlassenen Häusern und Bauwerken.

Dieses Gefühl griff ich in meinem Projektgedanken „Die Wand greift an!“ auf, um es zu reflektieren. Dabei ging es mir nicht um eine detailgetreue Abbildung der alten Tapeten.

Das Gefühl wie ich einen Ort/die Tapeten erforsche, floss unmittelbar in die Objekte, Installationen... mit ein. Ich wollte mit meiner künstlerischen Arbeitsweise und durch meinen künstlerischen Eingriff aus dem Alten, meist aus dem Gefundenen, etwas Neues entstehen lassen.

„Die Wand greift an!“ berichtet von einem verzauberten Moment, der charakteristisch war für solch einen Raum und dessen noch vorhandene Tapete. Der vorhandene Aufdruck der Tapete fesselte mich. Die in sich verschlungenen, gekreuzten, glänzenden Ranken zogen mich in ihren Bann. Im künstlerischen Prozess habe ich versucht, dieses Empfinden des mich einkleidenden „Angriffs“ oder auch das sich über mich werfende Muster der Tapete als dreidimensionale organische Formen und Abstraktionen aufzunehmen. Es entstanden in- und miteinander in Verbindung und in Bewegung stehende Erscheinungen als nichtreale Abbilder der vorgefundenen Tapeten und der Räumlichkeit. Die Direktheit des Titels „Die Wand greift an!“ und die Faszination des Materials Garn und dessen Farbigkeit entfaltete sich explizit und spannungsreich im stofflichen Sinne durch die 60 Objekte (wie eine Tapete) an der Wand. Die einzelnen Objekte erschienen miteinander versponnen, wie ein gewobenes Netz im Raum.

© Vom Zauber der Tapeten - Peggy Schneider - Theaterstraße 76 - 09112 Chemnitz - Deutschland - E-Mail: info@vomzauberdertapeten.de